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Alas lou taka (ALT):
„The forest is our home foundation – Hutanhku Rumaku“ Projekt: Rettung für den Meratus-Regenwald
Intakte Tieflandregenwälder findet man heute im südöstlichen Borneo kaum noch. Indonesien weist derzeit eine der höchsten Entwaldungsraten auf. Seit 2001 wird jährlich eine Fläche von 3 bis 3,5 Millionen Hektar Wald vernichtet – mehr als neun Fußballfelder pro Minute.
Besucht man des Meratus-Regenwald, merkt man dies überdeutlich. Auf der siebenstündigen Autofahrt von der Provinzhauptstadt Balikpapan in Richtung Meratus sieht man links und rechts der Straße keinerlei Wald mehr. Nur noch Graswüsten und eine ärmliche Hütte nach der anderen. Je näher man dem Wald kommt desto schlimmer sieht es aus: der Meratus Regenwald liegt inmitten eines offiziellen Holzeinschlaggebietes und das heißt auf Borneo nichts anderes als Kahlschlag pur.
Wenn überhaupt aufgeforstet wird, dann mit Akaziensämlingen, deren Holz man schnell wieder ernten kann. Das artenreichste Ökosystem unseres Planeten, der tropische Regenwald wird ersetzt durch eine Monokultur. Dies hat zur Folge, dass sich der Meratus-Regenwald heute als eine grüne Insel in einem Meer an Verwüstung darstellt. Im Schutzwald hört die Zerstörung allerdings nicht auf. Hier wird von den bitterarmen Dajaks illegal Holz eingeschlagen. Obwohl das Wahrzeichen des Meratus-Waldes, der Mount Meratus, für die Dajaks ein heiliger Berg ist und ein Großteil der medizinischen Versorgung der Dajaks auf der Nutzung von Heilpflanzen aus dem Regenwald beruht, sind die Ureinwohner gezwungen aus purer Not illegal Holz einzuschlagen.
Aus diesem Grund sehen wir die einzige Chance für die Rettung dieses artenreichen Regenwaldes in der Zuammenarbeit mit den Menschen, die im oder am Rande des Waldes leben. Um vor Ort mit den Einheimischen zusammenarbeiten zu können, haben wir den indonesischen Verein Alas lou taka (ALT) gegründet. Eine der Fundamente von ALT ist die Erkenntnis, dass eine der wesentlichen Ursachen der Regenwaldzerstörung in der Armut vieler Menschen begründet liegt. Neben den wirtschaftlichen Interessen weniger (Palmölplantagenbesitzer und Holzkonzessionäre), ist die Ursache des illegalen Holzeinschlages die Armut der an den Rand gedrängten, indigenen Bevölkerung rund um Meratus.
Der Wald wird zerstört, damit die Dajakfamilien über den Verkauf des illegalen geschlagenen Holzes überleben können. Daher kommt der Armutsbekämpfung und der Entwicklung der Region, die von den Behörden stark vernachlässigt wird, eine entscheidende Bedeutung für den Schutz des Meratus- Regenwaldes zu.
Notwendig ist eine intelligente Verknüpfung von Naturschutz und Entwicklung. Wichtig sind Kleinprojekte, die die Lebenssituation der Menschen verbessern, die am Rande der Wälder leben.
Aus diesem Grunde konzipieren wir Wiederaufforstungsprojekte und Schutzmaßnahmen, mit dem Ziel alternative Einkommensquellen für die Dajaks rund um Meratus zu entwickeln.
Projekte, die Arbeitsplätze und Einkommen mit Naturschutz verbinden sind das Ziel.
Einzelmaßnahmen werden sein: das Anlegen von Gemüsegärten gemeinsam mit den Dajakfrauen, die Errichtung von Gemeinschaftsbaumschulen und Aufforstungen zum Schutz des Trinkwassers, Umweltbildungsprojekte zur Reduzierung des illegalen Holzeinschlages und der Wilderei, Bodenverbesserungsprojekte durch Einsatz organischen Düngers, Bau von sanitären Einrichtungen, Schulbauten (siehe unser ALT-Projekt in Tuanan) , Verbesserung der medizinische Versorgung u.s.w.
Die Gründung der Alas-lou-taka-foundation im Herbst 2008 geht auf die Initiative von Helmut Huber (Vorsitzender fansfornature e.V.) Ishak Yassir (Indonesisches Umweltministerium) und Bernhard Lohr (Faszination Regenwald e.V. /Ulmer Initiative) zurück.
Damit ist ALT die Schwesterorganisation von fansfornature e.V. und Faszination Regenwald e.V./Ulmer Initiative, die die Finanzierung von ALT sicherstellen.
Der heilige Berg der Dajaks in Wolken
Offizieller Holzeinschlag
Einer von Hunderten von Holzlastern
Ein Rest Paradies im Waldinneren
Die Gründer (von links): Helmut Huber, Ishak Yassir, Bernhard Lohr